Forschungen der Universität von Simbabwe haben tief verwurzelte geschlechtsspezifische Ungleichheiten in den Hochschulen des Landes aufgedeckt. Die Forschung ergab, dass trotz eines scheinbar gleichberechtigten Zugangs zu Ressourcen und Studentenforen an der Universität eine ‘sozialisierte’ Ungleichheit unter den Studierenden bestand, die bisher unwidersprochen fortbestand. Es wurden studentische Praktiken beobachtet, die immer noch traditionelle Geschlechtervorurteile honorierten; einige Beispiele hierfür sind die folgenden Ergebnisse:
- Männliche Studenten sicherten sich oft privilegierte Positionen in Studentenverbindungen, z. B. hatten Frauen über 15 Jahre lang keine der Führungspositionen im Studierendenrat der Universität von Simbabwe inne.
- Weibliche Studierende hatten Schwierigkeiten, gleichberechtigten Zugang zu Einrichtungen wie Mensen, Sportanlagen und der Bibliothek zu erhalten.
- Der Anteil männlicher gegenüber weiblicher Studierender, die die IKT-Labore der Universität nutzten, betrug 87% Männer zu 13% Frauen (obwohl die Zahl der eingeschriebenen Studierenden mit 51% Frauen gegenüber 49% Männern nahezu ausgeglichen war).
- Im Gegensatz zu Männern hatten junge Frauen, die an der Universität eingeschrieben waren, aufgrund kultureller Erwartungen und damit verbundener Stigmata nicht das Gefühl, Computerlabore spät in der Nacht besuchen zu können, was ihren Zugang zu IKT noch weiter einschränkte.
- Die Studentinnen der Universität von Simbabwe betrachteten den ICT-Zugang als ein neues und seltenes ‘Privileg’ für Frauen, das größtenteils den männlichen Studenten auf dem Campus vorbehalten war.
Computer Aid und die Universität von Simbabwe haben das erste reine Frauen-Universitäts-IKT-Labor des Landes entwickelt, das ausschließlich von Studentinnen genutzt werden soll, um die bisherige Ungleichheit der Geschlechter in Bezug auf Einrichtungen und IKT-Nutzung auszugleichen. Die Resonanz der Studentinnen nach einem Jahr Nutzung war überwältigend positiv, weshalb wir die Kapazität des Labors von 50 auf 150 Computer erhöhen werden.
Nutzer berichten von einem gestiegenen Selbstvertrauen beim ersten Kontakt mit IKT. Wenn sie sich mit neuen Online-Tools vertraut machen, fühlen sie sich nicht mehr beschämt oder haben nicht mehr das Gefühl, männlichen Studenten, die traditionell in jüngeren Jahren einen größeren Zugang haben, hinterherhinken zu müssen. Studentinnen können nun IKT für die Forschung nutzen und sich mit Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts ausstatten, die sie auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kommilitonen bringen werden, wenn sie eine Karriere anstreben.
Auf einer tieferen Ebene hat die Förderung der Nutzung von IKT durch Frauen an diesem kritischen Punkt der Bildung eine Veränderung angestoßen und stellt die Ansicht in Frage, dass IKT in den höheren Bildungseinrichtungen Simbabwes allein männlichen Studenten vorbehalten ist.
Dieses Projekt trägt zu Folgendem bei Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs):
